Macht gekochtes Essen süchtig?
Macht gekochtes Essen süchtig?
07.07.2016 - 15:40

Autor: Johanna Bonhage von Fruity Habits

Eigentlich ist dein Hunger gar nicht so groß und du willst nur mal eben zwei Scheiben Brot essen. Aus zwei werden drei und vielleicht sogar vier – wenn es dir so geht wie mir, dann ist auch schnell mal das ganze Brot verschwunden. Und das, obwohl du ja nichtmal richtig Hunger hattest.

Vielleicht kochst du auch gerne Reis oder Nudeln, die auch noch für den nächsten Tag reichen sollen und kannst dann trotzdem nicht aufhören zu essen, bis der ganze Topf leer ist?

Für solches Essverhalten kann es viele Gründe geben. In diesem Artikel geht es aber nur um einen: Den Suchtfaktor von gekochtem Essen.

Denn jeder, der sich schon mal eine Weile nur von Rohkost ernährt hat, weiss: Mit rohen, unverarbeiteten Früchten und Gemüse passiert dir sowas nicht!

DARUM KANNST DU NICHT AUFHÖREN ZU ESSEN

1. Die natürliche Sperre setzt aus

Wenn du Essen in deinen Mund steckst, das optimal zu den Bedürfnissen deines Körpers passt und das sich noch in seiner natürlichen Form befindet – so, wie es in der Natur gewachsen ist – dann setzt eine natürliche Sperre ein, sobald du genug davon gegessen hast.

Die Rezeptoren in deinem Mund, deinem Blut und deinem Magen melden zuverlässig an dein Gehirn, wann genügend Mango, Gurke oder Avocado drin ist und schon wird dein Appetit schwächer und du hörst auf zu essen.

Das funktioniert aber eben nur bei natürlichen Nahrungsmitteln.

Wenn du verarbeitetes Essen (= gekocht, gebacken, gewürzt, getrocknet, gefroren, mit Konservierungsmitteln, Farb- oder Aromastoffen versetzt usw.) in deinen Mund steckst, setzt diese natürliche Sperre aus. Diese Lebensmittel sind so sehr verändert worden, dass dein Körper sie kaum noch als Essen erkennt und alle Messinstrumente wie die Rezeptoren in deinem Mund durcheinander geraten.

Je stärker der Verarbeitungsprozess, desto größer die Verwirrung für deinen Körper.

2. Gekochte Stärke = Weisser Zucker

Alle gekochten Kohlenhydrate werden durch das Erhitzen zu Saccharose. Saccharose ist die chemische Zusammensetzung von weissem Zucker und eine der am stärksten süchtig machenden Substanzen überhaupt. Die molekulare Struktur ist sehr ähnlich zu der von Kokain.

Reis, Kürbis, Kartoffeln etc. erscheinen erstmal als gesunde Kohlenhydrate, aber unter dem Mikroskop betrachtet sind sie das Gleiche wie weisser Zucker.

3. Dein Körper verhungert

Der Unterschied zwischen gekochtem und rohem Essen ist, dass rohes bei gleicher Menge viel mehr Nährstoffe enthält.

Beispiel: Wenn du 100g Bananen mit 100g Reis vergleichst, findest du in dieser Menge Bananen mehr Nährstoffe als in der gleichen Menge Reis.

Das bedeutet, dass du von dem Reis viel mehr essen müsstest, um genügend Nährstoffe zu bekommen, als von den Bananen – und selbst dann kann die gekochte Stärke es niemals mit den rohen Bananen aufnehmen. Nährstoffaufnahme ist aber nunmal der Grund, warum wir Menschen Essen zu uns nehmen müssen.

Was passiert also?

Du isst Reis und dein Magen ist schon gut gefüllt, aber Nährstoffe hast du kaum aufgenommen. Die Dehnungsrezeptoren deines Magens melden zwar „genug“, aber die Chemorezeptoren in deinem Blut und die in deinem Mund schreien weiter „Hunger!“.

Wenn du dann weiter Reis in dich hineinschaufelst, wird dein Magen immer voller und dein ganzer Verdauungstrakt ist überfordert mit den großen Mengen. Der Verdauungsvorgang stoppt, das Essen bleibt halb verdaut im Darm liegen, fängt an zu gären und vor allem: Die Aufnahme der eh schon kaum vorhandenen Nährstoffe wird noch mehr behindert!

Das Ergebnis: Du fühlst dich schlecht und dein Körper „verhungert“ auf der Nährstoffebene, obwohl du ihm zu viel zu essen gegeben hast.

4. Du wirst emotional nicht satt

Da gekochtes Essen sehr viel mehr Energie für die Verdauung benötig als Rohkost, kann man sie wunderbar als Beruhigungsmittel benutzen, wenn man sich emotional nicht gut fühlt.

Dein Körper fährt dann runter, du nimmst alles nicht mehr so deutlich wahr und kannst das leere Gefühl in deinem Inneren überdecken. Dass das nicht die Lösung des Problems an sich ist, sondern nur eine Vermeidungsstrategie, ist dir sicher selber bewusst.

Über dieses Thema habe ich hier einen ganzen Artikel geschrieben.

Mit Rohkost funktioniert das nicht.

Oder sagen wir, es funktioniert lange nicht so effektiv. Mit Trockenfrüchten oder Nüssen kann man sich auch sehr gut betäuben, aber das ist immer noch kein Vergleich zu gekochtem und fettigem Essen.

Dieses Phänomen ist übrigens ein gesellschaftliches. Wir bekommen schon als kleine Kinder beigebracht, dass Essen die Lösung ist, wenn wir uns nicht so gut fühlen.

Wie oft sieht man Mütter, die ihren Kindern ständig was zum drauf Herumlutschen geben, damit sie aufhören zu quengeln? Reiswaffeln, Brötchen, Bonbons – egal, selbst wenn es Obst ist: Die Konditionierung „Wenn's mir schlecht geht, hilft Essen“  brennt sich ein und ist später schwer wieder zu lösen.

5. Du hast vorher zu wenig gegessen

Dieser Punkt scheint vielleicht banal, aber er tritt öfter auf als man denkt.

Viele Leute, die mit Rohkost herumexperimentieren, essen einfach zu wenig. Sie essen morgens einen Apfel und eine Banane, mittags ein bisschen Studentenfutter und abends einen Salat und kommen vielleicht auf 1.200 kcal!

Das geht bei manchen ein paar Tage, bei anderen – sehr verbissenen – auch mal einige Wochen gut und dann kommt irgendwann der Heißhunger. Denn der Körper holt sich seine Energie und wenn du sie ihm nicht freiwillig gibst, dann wird er dich zwingen. Und in so einer Situation wirst du eben nicht mehr auf Bananen zurückgreifen, sondern auf alle gekochten Kohlenhydrate, die dir in die Finger kommen: Reis, Kartoffeln, Brot, Nudeln, Quinoa, Hirse und so weiter.

Das kannst du tun

Um eine Situation zu verändern muss man sie zuerst verstehen.

In diesem Fall bedeutet das, du musst dich selbst und die Gründe für dein Essverhalten verstehen.

Dafür kannst du dir folgende Fragen stellen:

  • Welche Rolle spielt Essen für dich, außer die Versorgung deines Körpers mit Nährstoffen? Was verbindest du mit dem Ritual des Essens?
  • In welchen Situationen kannst du nicht aufhören zu essen?

Sind das soziale Events wie Frühstücken mit deinen Freunden? Oder wenn du gestresst bist? Oder wenn du vorher den ganzen Tag noch nichts gegessen hast?

Der Artikel "Gelüste" könnte dir bei der Antwort helfen.

  • Bei welchen gekochten Lebensmitteln kannst du nicht aufhören zu essen?

Sind das bestimmte Sachen wie z.B. die gekochten Stärkeprodukte Reis, Brot, Nudeln, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Mais...?

Passiert es dir auch bei ungewürztem gekochtem Gemüse wie Spargel, Zucchini, Spinat, Paprika, Blumenkohl, Broccoli...?

Wenn du diese Fragen für dich geklärt hast, bist du schon einen Schritt weiter.

Und dann kannst du entscheiden, wie du dich verhalten möchtest.

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: Wenn du dich von Rohkost ernähren möchtest ist es am einfachsten, wenn du dich radikal zu 100% dafür entscheidest.

Kompromisse á la „Ich probiere das mal aus, mehr Rohkost zu essen“ enden meistens in Quälerei und Selbstvorwürfen.

Ich habe die ersten 1,5 Jahre zu 100% Rohkost gegessen und das war definitiv die einfachste Zeit, was das Essen angeht. Seit ich gekochtem Essen wieder offener gegenüber war, war es ein ständiger Kampf. Ja, ich habe weiterhin fast nur roh gegessen und immer rechtzeitig die Notbremse gezogen – aber wenn gekochtes Essen grundsätzlich wieder zur Wahl steht, dann werden aus gedämpften Karotten ohne alles ganz schnell wieder Maiswaffeln mit Tomatensauce und Erbsen aus dem Glas...

Das ist wie mit dem Rauchen aufzuhören: Wenn du dich zu 100% dafür entscheidest und wirklich komplett die Finger davon lässt, dann ist das für eine Weile echt schwierig, aber wenn du die ersten Wochen überstanden hast, ist es das Normalste der Welt, Nichtraucher zu sein und du findest Zigarettenrauch sogar abstoßend.

Wenn du dir aber einredest, du könntest „ab und zu“ mal eine rauchen oder auf einer Party nach Monaten oder Jahren als Nichtraucher nur mal kurz an einer Zigarette ziehen, wirst du schnell merken, dass du innerhalb kürzester Zeit wieder bei deinem alten Pensum angelangt bist.

Inzwischen bin ich wieder bei 100% Rohkost angekommen und das Leben ist so viel einfacher! Ja, die ersten Wochen waren wieder eine Herausforderung – genau wie beim ersten Mal – aber das unglaublich gute Gefühl mit dieser Ernährungsweise ist jedes Hindernis unterwegs wert.

Wenn du wissen willst, was alles möglich ist mit einer rohköstlichen Ernährung, schau dir unbedingt diese Erfahrungsberichte an.

Macht gekochtes Essen süchtig?

Meine Antwort darauf ist ja, gekochtes Essen hat Eigenschaften, die zu süchtigem Verhalten führen können.

Das muss aber nicht bei jedem Menschen so sein. Es gibt ja auch genug Leute, die gekochte Nahrung essen und denen es gut geht damit. Das muss also jeder für sich selbst herausfinden.

Wie ist das bei dir?

Alles Liebe

Johanna (zur Webseite von Fruity Habits)

Gesund und fit durch Rohkost

Kostenlos erhalten

Erhalte 11 vegane Rohkost-Rezepte & Zugang zu 46 Interviews - komplett kostenlos. Folge einfach folgenden Link: Rezepte & Interviews erhalten.




Rawly FIT unterstützen:

Du kannst uns über PayPal einen beliebigen Betrag spenden.


Weitere interessante Artikel
Niemand ist so wichtig, wie du selbst
Ansehen >>
Wärmendes durch die Ernährung
Ansehen >>
10 Tipps wie man Rohkost besser aushält
Ansehen >>
Rohkost bzw. Vitalkost
Ansehen >>
7 Gründe um nach draußen zu gehen
Ansehen >>
10 Gründe fleischlos zu leben
Ansehen >>
8 Gründe sich einen Mixer anzulegen
Ansehen >>
9 Gründe um Avocado zu essen
Ansehen >>
Ingwer - Heilpflanze & Gewürz
Ansehen >>

Folge Rawly FIT auf Facebook:


Schließen

..:: Webseiten ::..
Superfoods & mehr
Vegane & rohe Rezepte
Lebenslust.Cafe
Neurodermitis
Gesund durch Rohkost

..:: Beliebte Artikel ::..
11 wertvolle Sprüche über Gesundheit, Glück & Ernährung
10 Tipps wie man Rohkost besser aushält
Krank durch Rohkost
Möglichst zu vermeidene Lebensmittel
5 ROH-VEGANE Küchengeräte die wir empfehlen

..:: Folge Rawly FIT ::..

..:: Rezepte ::..
Rezepte
Alle Rezepte
von Rawly FIT
» Rezepte ansehen «

..:: Social Media ::..


..:: Geräte ::..

© Amazon
Omniblend V
Mixer
Dieser Mixer ist unser persönlicher Schatz. Er hat uns bereits so viele gesunde und leckere Smoothies (und auch Puddings) hergestellt. Preis-Leistung ist bei diesem Gerät TOP! Der Mixer hat mir extrem geholfen mehr gesunde Lebensmittel in die Ernährung einzubauen. Gesunde, schnell zubereitete Smoothies sind für mich unverzichtbar.


© Amazon
Omega 8226
Entsafter
Dieser Entsafter (Slow-Juicer) ist unschlagbar im Entsaften von Möhren, Äpfeln, Weizengras, Wildkräutern, etc. und ist schnell bzw. einfach zu reinigen.


© Amazon
Sedona Combo
Dörrgerät
Ein Dörrgerät, dass eher für Profis bzw. extremere Rohkost-Fans geeigntet ist. Mit insgesamt 9 Einschüben sind schnell mehrere Rezepte bzw. Leckereien gleichzeitig gemacht. Ob leckere, selbstgemachte Apfelchips, Süßkartoffelchips, Fruchtleder oder andere Rezepte - mit dem Dörrgerät lassen sich einige Spezialitäten herstellen.


© Amazon
Personal Blender PB-250 XL
Mobiler Mixer
Besonders gut, wenn man einen leisen - leicht mitnehmbaren Mixer braucht. Perfekt im Urlaub, wenn man nicht auf seinen Mixer bzw. seine Smoothies verzichten will. Ebenfalls sehr gut zum Mahlen von Nüssen, Getreide oder ähnlichem geeignet.


© Amazon
Rösle 12475 (26cm)
Spatel
Manche Smoothies und Puddings sind so lecker, dass man wirklich alles aus dem Mix-Becher bekommen will - hier der perfekte Helfer dafür.


© Amazon
Nussmilchbeutel für vegane Nussmilch
Nussmilchbeutel
Um eine einwandfreie vegane Milch zu erstellen, kann man nach belieben die Milch nach dem Mixen durch einen Nussmilchbeutel seihen lassen, sodass die Milch gleichmäßig fein ist.


Top